JUDO-LÖWEN-LAUENAU

— Judo im Deister-Süntel-Tal —
Abteilung Judo im SV Victoria Lauenau

 

Wettkampf

Vor Kampfbeginn werden die Kämpfer/innen aufgerufen. Zur besseren Unterscheidung erhalten die Kämpfer/innen zusätzlich zu ihren Gürteln noch einen roten und einen weißen Gürtel. Wer zuerst aufgerufen wird, erhält die roten Gürtel und steht von vorne gesehen auf der rechten Seite, wer als zweites aufgerufen wird, erhält den weißen Gürtel und steht auf der linken Seite. (Zur Unterscheidung ist es auch erlaubt, dass man weiße und blaue Judogi trägt.
Zu Beginn und am Ende eines jeden Kampf ist das Verbeugen, das Grüßen, des Gegner selbstverständlich. Man kann dies für überholte Rituale halten, aber gerade beim Kampfsport ist es wichtig, dass man (z.B. nach einer Niederlage) lernt, dem Gegner Respekt zu Wurferweisen.

Wurf und Fall

Bei den Standttechniken ist das Hauptziel, den Gegner aus den Gleichgewicht zu bringen. Damit dies gelingt, versucht man, den Gegner zu bewegen. Dafür wird am Judogi gezogen, gezerrt oder geschoben. Um in die optimale Position zu kommen ist es wichtig, die richtige Stelle zu fassen zu bekommen, der richtige Griff ist wichtig. Judo ist ein Sport mit Körperkontakt, richtig guten Kontakt zu seinem Gegner/Partner zu haben ist wesentliche Vorrausetzung für einen erfolgreichen Judoka - wer nur lange, steife Arme macht und auf diese Weise versucht, sich seinen Gegner 'vom Leib zu halten', wird im Kampf verwarnt, er kann auch nicht erfolgreich sein. Wer andere werfen will, muss auch damit rechnen, selbst geworfen zu werden. Fallen ist das erste, was ein Judoka lernt. Man darf sich nicht beim Fallen weh tun, und man darf keine Angst vor dem Fallen haben - also muss man fallen können. Darüber hinaus schützt das gewandte Abrollen auch in vielen Situationen des täglichen Lebens, vom Fußballspielen bis hin zum Sturz von der Leiter, vor Verletzungen.

Halten

Wenn eine Standaktion nicht zum optimalen Ergebnis führt (Ippon), geht ein Kampf im Boden weiter. Die häufigste Technik im Bodenkampf sind die Haltegriffe. Ziel ist es dabei, den Gegner so zu kontrollieren, dass er, auf dem Rücken liegend, in seiner Bewegungsfreiheit so eingeschränkt ist, dass er auch unter Kraftaufwand nicht aufstehen kann (25 sec). Was im Judo nicht gewertet wird sind Haltegriffe, die zwischen den Beinen des Gegner stattfinden, des halb gilt auch ein Haltegriff als gelöst, wenn es dem Gehaltenen gelingt, ein Bein des Gegners zu 'klammern'.

Würgen

Im Kampf besteht das Ziel dieser Griffe darin, den Gegner durch Würgeeffekte zur Aufgabe zu zwingen. Dies ist im Kampf erst für Kinder ab 15 Jahren erlaubt! Der Angriff richtet sich gegen die Halsschlagader, am Hals liegende Nerven sowie gegen Luftröhre und Genick. Ein direkter Angriff gegen den Kehlkopf ist streng verboten!

Hebeln

Die Hebeltechniken richten sich im sportlichen Kampf ausschließlich gegen das Ellenbogengelenk und haben zum Ziel, den Gegner durch Schmerzgefühl zur Aufgabe zu bewegen. Hebel an den Füßen oder dem Schultergelenk sind verboten. Jeder muss bei auftretendem Schmerzgefühl sofort "Stop" rufen oder "abklopfen" - die Verletzungsgefahr wäre sonst zu groß. Hebel sind erst ab der Alterklasse U14 erlaubt und werden dort sofort durch den Kampfrichter abgebrochen, wenn er sieht, dass der Hebel richtig angesetzt ist, auch dann, wenn er noch nicht "wirkt".

Verbote

Verboten sind: Boxen, treten, ins Gesicht greifen, beißen, Haare ziehen, Finger verbiegen, Beine und Füße verdrehen, stoßen oder zu nur zu Boden zu ziehen. Relativ neu ist u. a. auch das Verbot, dem Gegner ans Bein zu fassen, ohne dass dieser vorher einem selbst über die Schulter gegriffen und einen selbst damit praktisch in eine tiefere Position gebracht hat.
Für die Altersklassen U12, U15 und U18 sind auch einige Judotechniken verboten, da sie für diese Alterklasse als zu gefährlich angesehen werden, diese sind z. B. Würgetechniken, Hebeltechniken, Beinfasser-Techniken oder Techniken, die auf beiden Knien angesetzt werden (international gibt es in den einzelnen Altersklassen teilweise abweichende Regeln).

Bestrafungen

Bei der U12 und U15 wird jede verbotene Handlung mit Mate (lösen) unterbrochen und dem/der zuwiderhandelnden Kämpfer/in wird die verbotene Handlung erklärt. Eine Bestrafung erfolgt erst im Wiederholungsfalle, außer bei verletzungsgefährlichen Handlungen, die mindestens mit Kei-ko-ku (schwere Bestrafung) zu bestrafen sind. Hier erfolgt die Bestrafung bereits beim ersten Mal.
Während des Wettkampf kann der Schiedsrichter folgende Bestrafungen aussprechen:

Shido = kleine Bestrafung
Chui = mittlere Bestrafung
Kei-ko-ku = schwere Bestrafung
Hansoku-make = Disqualifikation

Der Judopass

Um bei einem Wettkampf antreten zu können, braucht der Judoka einen Judo-Pass. Dieser wird von der Judo-Sparte aufbewahrt und der Passwart sorgt dafür, dass alle notwendigen Angaben korrekt eingetragen sind. So muss der Pass neben persönlichen Angaben mit einer gültigen Jahressichtmarke versehen sein, die jedes Jahr neu erworben werden muss. Außerdem stehen im Judo-Pass Angaben über Gürtel-Prüfungen, Lehrgänge und bisherige Wettkampferfolge.

Das Startgeld

Die Bezahlung des Startgeldes, das jeder Veranstalter eines Turnieres oder Wettkampfes erhebt für jeden Einzelstarter bzw. Mannschaft übernimmt der Verein.

Wettkampfzeiten

Folgende Wettkampfzeiten gibt es unterschiedlich nach Alterklassen:

Altersklasse
U12
U15
U18
U21
F
M

Kampfzeit
2 min
3 min
4 min
4 min
4 min
5 min

Sonstiges

Teilnahmeberechtigt bei Wettkämpfen sind Kinder ab dem gelben Gürtel. Auf DJB-Veranstaltungen (also ab Gruppenmeisterschaften) ist in der Regel ab U15 nur noch das Tragen von lizenzierten Judo-Anzügen erlaubt.

Betreuung während der Wettkämpfe

Ein Wettkampf ist für Ihr Kind ein besonderes Erlebnis und eine Herausforderung. Bei Judo-Wettkämpfen gibt es immer Zeiten, in denen die Kämpfer warten müssen und (relativ kurze Zeiten) in denen sie tatsächlich kämpfen. Dies ist für die Kinder schwierig, sie sind angespannt wollen endlich kämpfen, müssen aber warten, und wenn es dann wirklich soweit ist, müssen sie hoch konzentriert sein. Dies ist eine große Herausforderung für uns als Trainer und Betreuer während der Wettkämpfe, aber wir sind überzeugt, dass dies auch etwas ist, was Ihr Kind in seinem Leben häufig gebrauchen kann.
Während der Wettkämpfe betreuen wir - die Trainer - Ihr Kind. Das fängt damit an, dass Ihr Kind sich "warm macht" – wir also mit ihm Übungen machen. Dies ist notwendig, um die Verletzungsgefahr zu senken und damit Ihr Kind seine beste Leistung im Kampf bringen kann. Wir sagen den Kindern, wann sie welchen Einsatz haben – geben ihnen den notwendigen (roten oder weißen) Gürtel.
Der schwierigste Teil für die Eltern ist bei den Kämpfen zuschauen zu müssen. Aber Ihr Kind kann – wenn überhaupt - nur auf einen Betreuer während des Kampfes hören. Wir versuchen auch während des Kampfes noch kleine Tipps und Hinweise zu geben, dies ist aber schwierig. Manchmal kommt es vor, dass ein Kind – besonders wenn es verloren hat – aus Enttäuschung, Wut oder auch auf Grund einer kleinen Verletzung weint. Auch in diesem Fall kümmern wir uns um Ihr Kind. Ihr Kind bewegt sich in der Gruppe seiner Sportkameraden, es muss auch lernen mit Enttäuschungen fertig zu werden, wir wollen ihm dabei helfen.

Ohne Euch (die Eltern) geht es nicht

Natürlich ist es für Euer Kind etwas besonderes, wenn Ihr bei einem Wettkampf dabei sind und es anfeuern, oder auch seine Enttäuschung mit ihm teilen. Von daher freuen wir uns immer über jedes Elternteil, das uns zu Wettkämpfen begleitet.
Wir brauchen Euch aber auch zu mehr. Wir sind ein Sportverein und leben davon, dass wir viele Hände haben, die uns in ihrer Freizeit helfen. Wir brauchen immer Eltern, die bereit sind, Kinder zu den entsprechenden Veranstaltungen mitzunehmen, die bereit sind einen Kuchen zu backen und bei Veranstaltungen beim Auf- und Abbau zu helfen. Wir brauchen Euch auch mit Euern Ideen und mit Eurer Bereitschaft bei uns mitzumachen.