Vor
Kampfbeginn werden die Kämpfer/innen aufgerufen. Zur besseren
Unterscheidung
erhalten die Kämpfer/innen zusätzlich zu ihren
Gürteln noch einen roten und
einen weißen Gürtel. Wer zuerst aufgerufen wird,
erhält die roten Gürtel und
steht von vorne gesehen auf der rechten Seite, wer als zweites
aufgerufen wird,
erhält den weißen Gürtel und steht auf der
linken Seite. (Zur Unterscheidung
ist es auch erlaubt, dass man weiße und blaue Judogi
trägt.
Zu
Beginn und am Ende eines jeden Kampf ist das Verbeugen, das
Grüßen, des Gegner
selbstverständlich. Man kann dies für
überholte Rituale halten, aber gerade
beim Kampfsport ist es wichtig, dass man (z.B. nach einer Niederlage)
lernt,
dem Gegner Respekt zu Wurferweisen.
Wurf und Fall
Bei
den Standttechniken ist das Hauptziel, den Gegner aus den Gleichgewicht
zu
bringen. Damit dies gelingt, versucht man, den Gegner zu bewegen.
Dafür wird am
Judogi gezogen, gezerrt oder geschoben. Um in die optimale Position zu
kommen
ist es wichtig, die richtige Stelle zu fassen zu bekommen, der richtige
Griff
ist wichtig. Judo ist ein Sport mit Körperkontakt, richtig
guten Kontakt zu seinem
Gegner/Partner zu haben ist wesentliche Vorrausetzung für
einen erfolgreichen
Judoka - wer nur lange, steife Arme macht und auf diese Weise versucht,
sich
seinen Gegner 'vom Leib zu halten', wird im Kampf verwarnt, er kann
auch nicht
erfolgreich sein. Wer andere werfen will, muss auch damit rechnen,
selbst
geworfen zu werden. Fallen ist das erste, was ein Judoka lernt. Man
darf sich
nicht beim Fallen weh tun, und man darf keine Angst vor dem Fallen
haben - also
muss man fallen können. Darüber hinaus
schützt das gewandte Abrollen auch in
vielen Situationen des täglichen Lebens, vom
Fußballspielen bis hin zum Sturz
von der Leiter, vor Verletzungen.
Halten
Wenn
eine Standaktion nicht zum optimalen Ergebnis führt (Ippon),
geht ein Kampf im
Boden weiter. Die häufigste Technik im Bodenkampf sind die
Haltegriffe. Ziel
ist es dabei, den Gegner so zu kontrollieren, dass er, auf dem
Rücken liegend,
in seiner Bewegungsfreiheit so eingeschränkt ist, dass er auch
unter
Kraftaufwand nicht aufstehen kann (25 sec). Was im Judo nicht gewertet
wird
sind Haltegriffe, die zwischen den Beinen des Gegner stattfinden, des
halb gilt
auch ein Haltegriff als gelöst, wenn es dem Gehaltenen
gelingt, ein Bein des
Gegners zu 'klammern'.
Würgen
Im Kampf besteht das Ziel
dieser Griffe darin, den Gegner durch
Würgeeffekte zur
Aufgabe zu zwingen. Dies ist im Kampf erst für Kinder ab 14
Jahren erlaubt! Der
Angriff richtet sich gegen die Halsschlagader, am Hals liegende Nerven
sowie
gegen Luftröhre und Genick. Ein direkter Angriff gegen den
Kehlkopf ist streng
verboten!
Hebeln
Die
Hebeltechniken richten sich im sportlichen Kampf
ausschließlich gegen das
Ellenbogengelenk und haben zum Ziel, den Gegner durch
Schmerzgefühl zur Aufgabe
zu bewegen. Hebel an den Füßen oder dem
Schultergelenk sind verboten. Jeder
muss bei auftretendem Schmerzgefühl sofort "Stop" rufen oder
"abklopfen" - die Verletzungsgefahr wäre sonst zu
groß. Hebel sind
erst ab der Alterklasse U14 erlaubt und werden dort sofort durch den
Kampfrichter abgebrochen, wenn er sieht, dass der Hebel richtig
angesetzt ist,
auch dann, wenn er noch nicht "wirkt".
Verbote
Verboten
sind: Boxen, treten, ins Gesicht greifen, beißen, Haare
ziehen, Finger
verbiegen, Beine und Füße verdrehen,
stoßen oder zu nur zu Boden zu ziehen. Relativ neu ist u. a. auch
das Verbot, dem Gegner ans Bein zu fassen, ohne dass dieser vorher
einem selbst über die Schulter gegriffen und einen selbst damit
praktisch in eine tiefere Position gebracht hat.
Für
die Altersklassen U11, U14 und U17 sind auch einige Judotechniken
verboten, da
sie für diese Alterklasse als zu gefährlich angesehen
werden, diese sind:
U11:
alle Würgetechniken, alle Hebeltechniken,
Beinfasser-Techniken, Techniken, die
auf beiden Knien angesetzt
werden, Tani-otoshi
U14:
alle Würgetechniken, alle Hebeltechniken im Stand und vom
Stand zum Boden,
Beinfasser-Techniken,
Techniken, die auf beiden
Knien angesetzt werden,
(Hebel
müssen nicht 'durchgezogen werden') wenn der Arm
gestreckt ist
wird Ippon
gegeben
U17:
alle Würgetechniken im
Stand und vom Stand zum Boden verboten, alle Hebeltechniken im Stand
und vom
Stand zum Boden
Bestrafungen
Bei
der U11 und U14 wird jede verbotene Handlung mit Mate (lösen)
unterbrochen und
dem/der zuwiderhandelnden Kämpfer/in wird die verbotene
Handlung erklärt. Eine
Bestrafung erfolgt erst im Wiederholungsfalle, außer bei
verletzungsgefährlichen Handlungen, die mindestens mit
Kei-ko-ku (schwere
Bestrafung) zu bestrafen sind. Hier erfolgt die Bestrafung bereits beim
ersten
Mal.
Während
des Wettkampf kann der Schiedsrichter folgende Bestrafungen aussprechen:
Shido
= kleine Bestrafung
Chui
= mittlere Bestrafung
Kei-ko-ku
= schwere Bestrafung
Hansoku-make
= Disqualifikation
Der Judopass
Um
bei einem Wettkampf antreten zu können, braucht der Judoka
einen Judo-Pass.
Dieser wird von der Judo-Sparte aufbewahrt und der Passwart sorgt
dafür, dass
alle notwendigen Angaben korrekt eingetragen sind. So muss der Pass
neben
persönlichen Angaben mit einer gültigen
Jahressichtmarke versehen sein, die
jedes Jahr neu erworben werden muss. Außerdem stehen im
Judo-Pass Angaben über
Gürtel-Prüfungen, Lehrgänge und bisherige
Wettkampferfolge.
Das Startgeld
Die
Bezahlung des Startgeldes, das jeder Veranstalter eines Turnieres oder
Wettkampfes erhebt für jeden Einzelstarter bzw. Mannschaft
übernimmt der
Verein.
Wettkampfzeiten
Folgende
Wettkampfzeiten gibt es unterschiedlich nach Alterklassen:
| Alterslasse |
U11 |
U14 |
U17 |
U20 |
M/F |
| Kampfzeit |
2
min |
3
min |
4
min |
4
min |
5
min |
Sonstiges
Teilnahmeberechtigt
bei Wettkämpfen
sind Kinder ab dem gelben Gürtel. Auf DJB-Veranstaltungen
(also ab
Gruppenmeisterschaften) ist in der Regel ab U15 nur noch das Tragen von lizenzierten
Judo-Anzügen erlaubt.
Betreuung während der Wettkämpfe
Ein
Wettkampf ist für Ihr Kind ein besonderes Erlebnis und eine
Herausforderung.
Bei Judo-Wettkämpfen gibt es immer Zeiten, in denen die
Kämpfer warten müssen
und (relativ kurze Zeiten) in denen sie tatsächlich
kämpfen. Dies ist für die
Kinder schwierig, sie sind angespannt wollen endlich kämpfen,
müssen aber warten,
und wenn es dann wirklich soweit ist, müssen sie hoch
konzentriert sein. Dies
ist eine große Herausforderung für uns als Trainer
und Betreuer während der
Wettkämpfe, aber wir sind überzeugt, dass dies auch
etwas ist, was Ihr Kind in
seinem Leben häufig gebrauchen kann.
Während
der Wettkämpfe betreuen wir - die Trainer - Ihr Kind. Das
fängt damit an, dass
Ihr Kind sich "warm macht" – wir also mit ihm
Übungen machen. Dies
ist notwendig, um die Verletzungsgefahr zu senken und damit Ihr Kind
seine
beste Leistung im Kampf bringen kann. Wir sagen den Kindern, wann sie
welchen
Einsatz haben – geben ihnen den notwendigen (roten oder
weißen) Gürtel.
Der
schwierigste Teil für die Eltern ist bei den Kämpfen
zuschauen zu müssen. Aber
Ihr Kind kann – wenn überhaupt - nur auf einen
Betreuer während des Kampfes
hören. Wir versuchen auch während des Kampfes noch
kleine Tipps und Hinweise zu
geben, dies ist aber schwierig. Manchmal kommt es vor, dass ein Kind
–
besonders wenn es verloren hat – aus Enttäuschung,
Wut oder auch auf Grund
einer kleinen Verletzung weint. Auch in diesem Fall kümmern
wir uns um Ihr
Kind. Ihr Kind bewegt sich in der Gruppe seiner Sportkameraden, es muss
auch
lernen mit Enttäuschungen fertig zu werden, wir wollen ihm
dabei helfen.
Ohne Euch (die Eltern) geht es nicht
Natürlich
ist es für Euer Kind etwas besonderes, wenn Ihr bei einem
Wettkampf dabei sind
und es anfeuern, oder auch seine Enttäuschung mit ihm teilen.
Von daher freuen
wir uns immer über jedes Elternteil, das uns zu
Wettkämpfen begleitet.
Wir
brauchen Euch aber auch zu mehr. Wir sind ein Sportverein und leben
davon, dass
wir viele Hände haben, die uns in ihrer Freizeit helfen. Wir
brauchen immer
Eltern, die bereit sind, Kinder zu den entsprechenden Veranstaltungen
mitzunehmen, die bereit sind einen Kuchen zu backen und bei
Veranstaltungen
beim Auf- und Abbau zu helfen. Wir brauchen Euch auch mit Euern Ideen
und mit Eurer Bereitschaft bei uns mitzumachen.